Simultankontrast

Unser Auge bildet zu jeder gegebenen Farbe gleichzeitig (simultan) die Komplementärfarbe, wenn diese nicht vorhanden ist. Das geschieht zum Beispiel, wenn sich unser Auge lange auf ein rotes Objekt konzentriert. Nach einer Weile kann man seinen Blick abwenden und sieht dennoch ein schwaches grünes Abbild des vorherigen Gegenstandes. Diese Erscheinung wird Simultankontrast genannt und ist auch der Grund, warum Operationskleidung grün ist. Sie soll die Komplementärfarbe zum roten Blut geben, damit unser Gehirn kein komplementäres Abbild erzeugt.

 

Der Simultankontrast entsteht immer dann, wenn unsere Zapfen für die Farbwahrnehmung (siehe Artikel „Farbwahrnehmung“) einseitig hoch angeregt werden. Wie beim Beispiel werden für den roten Gegenstand die Zapfen für „rote“ Wellenlängen besonders gereizt und ermüden nach einiger Zeit. Somit kommt es, dass für kurze Zeit die Komplementärfarbe stärker wahrgenommen wird, da die anderen Zapfen für Grün und Blau voll aktiv sind.

 

Durch den Simultankontrast werden auch andere Farben in der Umgebung großflächiger Farbbereiche beeinflusst (siehe Abbildung 5). Da unser Gehirn ständig eine Gegenfarbe bildet, werden kleine Farbflächen von der gedachten Komplementärfarbe überstrahlt und bekommen eine andere Farbwirkung. Das ist auch der Grund, warum die gleichen Grauflächen in anderer Umgebung zum Beispiel mal grün- oder rotstichig wirken können.

 

An sich ist der Simultan-Kontrast aber nicht real, sondern nur eine subjektive Wahrnehmung.

 

Abbildung 5: Simultankontrast
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Qualitätskontrast

Der Qualitätskontrast entsteht, wenn sich gesättigte (reine) Farben und trübe, ungesättigte Farben gegenüber stehen (siehe Abbildung 6). Er kann sehr zur Räumlichkeit in einem Bild beitragen, da reine Farben immer mehr im Vordergrund stehen und selbst schwach leuchtende Farben auf grauen Hintergrund noch gesättigt wirken (siehe Abbildung 7).

 

Die Farbqualität bzw. Sättigung einer Farbe kann man durch folgende Maßnahmen verändern:

- Mischen mit Weiß

- Mischen mit Schwarz

- Mischen von Grau

- Mischen mit der Komplementärfarbe

 

Darstellung des Qualitätskontrastes
Abbildung 6: Qualitätskontrast
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Darstellung des Qualitätskontrastes
Abbildung 7: Räumlichkeit mit dem Qualitätskontrast simulieren
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Quantitätskontrast

Der Quantitätskontrast berücksichtigt die unterschiedliche Leuchtkraft der Farben. Wenn Farben verschiedener Leuchtintensitäten in bestimmten Verhältnissen vorliegen, dann wirken sie harmonisch und gleichmäßig strahlend (siehe Abbildung 8).

Mit Hilfe dieses Kontrastes können Bilder harmonisch und ausgeglichen gestaltet werden. Natürlich sorgt ein umgekehrtes Arbeiten mit dem Quantitätskontrast für Spannung und Bewegung.

 

Damit der Flächenanteil von Komplementärfarben ausgeglichen wirkt, sollten folgende Verhältnisse verwendet werden:

 

gelb : violett = 3 : 1

d. h. Gelb ist 3 mal stärker leuchtend als violett

 

orange : blau = 2 : 1

d.h. Orange ist 2 mal strahlender

 

rot : grün = 1 : 1

d.h. Rot und Grün sind gleich intensiv

 

Darstellung des Qunatitätskontrastes
Abbildung 8: Quantität der Komplementärfarben
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